Im Frühling ist die Krümmi ein Ort des Lebens, überall zwitschert’s aus den Büschen und das Summen und Zirpen der Insekten ist kaum zu überhören. Die Sonne wärmt einen, und der Sonnenbrand kriecht einem auf Nacken und Armen.
Doch im Winter scheint dieser Quell des Lebens im Kulturland wie ausgestorben, alles wurde durch die Kälte und den Nahrungsmangel vertrieben.
Nur wenn man genau hinschaut, findet man Leben. Es kommen die, die ironischerweise die Wärme suchen, da sie von noch kälteren Orten stammen.
Ich denke, an diesem Tag war uns kälter als den Wintergästen – manche von uns froren sich fast die Füsse oder Hände ab. Bei diesem Schnee und der eisigen Kälte konnte man noch so viele Kleidungsstücke anhaben…
Plötzlich flog ein Schatten über uns hinweg, jemand schrie «Kornwehe», da wussten wir, dass das Frieren nicht vergebens war. In der ganzen Krümmi sahen wir 5 Exemplare, drei Männchen und 2 Weibchen, welche für kleine Tiere bedrohlich dicht über die Erde gleiteten.


Fotos: Louis
Der Raubwürger sass auf seiner Warte und geduldete sich für sein Mittagsessen, nach dem auch wir uns sehnten.
Abgesessen und Essen ausgepackt, konnten wir einen Wanderfalken beobachten, der mit dem Vertilgen einer Türkentaube die Brutalität der Kälte widerspiegelte. Manche vergassen dabei das Essen.
Schlussendlich waren wir alle froh, in der Wärme des Zuges angekommen zu sein und den Tag mit Gesprächen über diese Exkursion ausklingen zu lassen.


Fotos: Ruben Lippuner & Béla Andraskay